Mittwoch, Mai 16, 2007

Gastkommentar

Auto-Treibstoff aus Brot-Getreide - ein Irrweg !
Eine verdrängte Wahrheit des CO2-Wahns

Die Klima-Hysterie treibt groteske Blüten: Immer neue Steuern, Klima-Ausweis-Pflicht für Gebäude und Autos, Erbschaftssteuer nach Wohnhaus-Dämmung, die Schornsteinfeger sollen die Holzfeuchte unserer Kamin-Scheite kontrollieren ... und kein Ende. Angetrieben durch eine Forschung, welche die Klima-Katastrophe in ungeheuerliche Dimensionen hinein prophezeit, greift eine regulierungs-wütige Politik zu ständig neuem Aktionismus - nichts erscheint mehr unmöglich. Die neuerdings diskutierte "Nasch-Steuer" zur Eingrenzung von Fettsucht hat zwar (ausnahmsweise!) nichts mit dem CO2-Klima zu tun, zeigt aber, was uns noch alles bevorstehen kann.

Nach verbreiteter These führt die anthropogene CO2-Emission in die Klima-Katastrophe. Der Hypothese nach kann nur eine Emissions-Minderung die Menschheit retten. Eine der dazu betriebenen Strategien ist es, bei der Herstellung und Verbrennung alternativer Treibstoffe die CO2-Freisetzung zu minimieren.
So wurde innerhalb der letzten Jahre die Verarbeitung von Grundnahrungsmitteln zu Auto-Treibstoff vervielfacht. In Europa wurden 2005 vier Millionen Tonnen Treibstoff (Biodiesel, Ethanol) aus Getreide, Zuckerpflanzen und nachwachsenden Rohstoffen produziert (1). Die USA - insbesondere von Europa und EU pausenlos angetrieben zu einer "besseren Klima-Schutz-Politik" - haben nun reagiert: In kurzer Zeit wurden 115 Ethanol-Raffinerien in Betrieb genommen, 86 weitere sind im Bau (2). 2006 wurden damit 5,7 Mrd. Gallonen (ca. 22 Mrd. Liter) Biokraftstoff produziert (2). Die USA verspritten überwiegend Mais.

Maispflanze (Wikipedia)

Und die Probleme folgten auf dem Fuße: Weil die USA weltweit der größte Mais-Produzent und -Exporteur sind (2/3 des Weltexportes (1)), kam es innerhalb eines Jahres (2006) zu einem Exporteinbruch und einer Preis-Explosion auf dem Weltmarkt.
Die Folge: Der Preis für eine Tonne Mais stieg in Mexiko innerhalb des gleichen Zeitraumes von 100 auf 250 Euro (3), der Tortilla-Preis in Mexico-City von 40 auf 75 Cent (2), viele Mexikaner konnten und können ihr täglich Brot nicht mehr bezahlen, massenweise schlossen die Tortilleria's. Mais in den Tank statt auf den Teller - der CO2-Wahn macht es möglich.


Maispreisexplosion (Graphik aus FTD,(2) )

In Mexiko kam es zu öffentlichen Protesten und Unruhen (2)(3). Der Verzehr von Tortillas ist bereits um ein Drittel zurückgegangen (3) : "Bei den 40 Millionen armen Mexikanern lag der tägliche Konsum bei bis zu einem Kilo, doch das kann sich keiner mehr leisten ... Für Mexiko ist das eine perverse Entwicklung ...".


Tortilleria in Mexiko (http://www.cardenasmarkets.com/)

Ähnlich dramatisch liegen die Probleme schon jetzt in Brasilien, Nigeria, Ägypten ... und mindestens einem Dutzend anderer Länder (1).

Mittlerweile wird weltweit so ziemlich alles zu Treibstoff verarbeitet, was eßbar ist:
Mais, Weizen, Gerste, Reis, Sojabohnen, Maniok, Zuckerrohr ... Tendenz steigend in Vielfalt und Masse. Die Grundnahrungsmittel als Diesel-Rohstoff sind zum Börsen-Spekulations-Objekt geworden, 2006 stiegen die Weltmarktpreise für Mais um 100%, für Weizen um 20% (1).
Diese Preistreiberei geht munter weiter: So will die EU den Anteil der Biokraftstoffe bis 2020 auf mindestens 10 Prozent ihres Gesamtbedarfs an Treibstoffen steigern (2).

Dieses alles gewinnt vor dem Hintergrund, daß 800 Millionen Menschen dieser Erde an Hunger und Unterernährung leiden (WHO), makabere Züge.
Denn schon jetzt ist erkennbar, "...daß schon in naher Zukunft nicht mehr genügend Getreide für den menschlichen Verzehr zur Verfügung steht. Die Bühne ist frei für den Konflikt zwischen den 800 Millionen Autobesitzern und den weltweit 2 Milliarden Allerärmsten, die nur überleben wollen" (1).

Für die 120-Liter-Tankfüllung eines Geländewagens muß eine Getreide-Menge versprittet werden, von der ein Mensch sich ein ganzes Jahr ernähren kann. Wird der Tank nur alle zwei Wochen neu gefüllt, so könnten von den dafür aufgewendeten Grundnahrungsmitteln 26 Menschen ein Jahr leben (1) !
"Man kann nicht 'zig Millionen von Menschen in der ganzen Welt haben, die täglich Hunger leiden, und gleichzeitig benutzen Europa und die USA Lebensmittel, um den Autotank zu füllen" (Victor Suarez, mex. Bauernverband ANEC, Zitat aus (3)).

Dieses Problem ist vorhanden und täglich greifbar - aber wo sind die Proteste der selbsternannten Klima-Schützer und Weltverbesserer? Wo bleiben die Einwände der christlichen Kirchen, die sich sonst in so manche politische Angelegenheit einmischen? Wo sind die sonst so lauten Stimmen all' der Grünen, der Linken und die der anderen Protagonisten der Armen und Entrechteten? Es herrscht "Schweigen im Walde" - beschämtes lähmendes Schweigen !? Wie lange noch ? Wieviele Kinder müssen erst noch zusätzlich verhungern ?

Ist es nicht - auch aus diesem Grunde - höchste Zeit, den CO2-Wahn zu überdenken ? Bevor einige Hunderte den Hitzetod der unbewiesenen Klima-Katastrophe sterben, verhungern wahrscheinlich Hunderttausende, weil wir Brot-Getreide zu Sprit pervertieren.


Klaus-Eckart Puls, Bad Bederkesa
Jahrgang 1939,Schule und Abitur in Mecklenburg ; ab 1960 Studium der Naturwissenschaften in Rostock und Westberlin.1968 Diplom in Meteorologie an der FU Berlin, dort 1969/70 Wissenschaftlicher Angestellter mit dem Forschungs-Schwerpunkt Atmosphärisches Ozon. Ab 1970 Deutschen Wetterdienst:1971-1978 Seewetteramt Hamburg (Arbeitsschwerpunkte: Seewetterdienst, Schiffsrouten-Beratungsdienst, ab 1975 Leiter der Gruppe Laderaum-/Schiffsraum-Meteorologie.10 Seereisen als Bordmeteorologe auf Fischereischutzbooten, Forschungsschiffen und Handelsschiffen.1976-1978 Mitarbeit im Normen-Ausschuß "Technoklimate" (DIN 50 019).1978-1984 Leiter der Agrarmeteorlogischen Beratungs- und Forschungsstelle Bonn.Aufbau eines zeitkritischen Beratungssystems mit den Landwirtschaftskammern: Regionale Telefonansagen, Bildschirmtext, Wochenberichte;Lehrauftrag im Fach "Agrarmeteorologie" an der Universität Bonn.1983 Mitbegründer der Stiftung Deutscher Pollen-Informationsdienst, 10 Jahre Vorstands-Mitglied.1984-2000: Leiter des Wetteramtes Essen.Nach der deutschen Wiedervereinigung zusätzlich (1990/91) Aufbau und Leitung des Wetteramtes Leipzig.Seit 1966 über 150 wissenschaftliche und populär-wissenschaftliche Veröffentlichungen zu: Wetter, Klima, Ozon, Schiffsraummeteorologie, Agrarmeteorologie, Pollenflug/Allergologie, Wissenschaftsgeschichte, Kalendergeschichte...

Quellen:
(1) Lester Braun, Sprit für die Welt, in: DER SPIEGEL, Spezial 1/2007, S. 68;
(2) Ethanol treibt Agrarpreise, FTD, 07.05.2007;
(3) Mexico - die Tortilla-Krise, ARD/SWR, Weltspiegel, 11.03.2007,
(
http://www.daserste.de/print.asp?url=http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag.asp?)

Gastbeiträge geben nur die persönlichen Ansichten der Autoren wieder
und stehen nicht unbedingt für die Positionen des Blog "Die Unsichtbre Hand"!

1 Kommentar:

Konrad Fischer hat gesagt…

Nun ist die ökologische Endlösung wieder mal bestätigt - Hungermord und indirekte Bevölkerungskontrolle durch Klimaschutz, der totale Krieg gegen die Menschheit durch die Ökoterroristen.

Pfui Deibi!

Konrad Fischer
Altbau und Denkmal Info"